Mit dem Tanzbein auf der Bad Taste Bühne

Überfüllte Gänge, stickige Klassenzimmer, mässig interessanter Unterricht – und das alles an einem Samstagmorgen. Eine Zumutung für alle SchülerInnen. Vor allem, weil vor dem Tag der offenen Tür auch noch die traditionelle Bad Taste Party stattfand.

 

Von Fatima Arslantas und Jeremy Chavez

 

Der Besuchstag ist wichtig. Die Kanti darf sich einmal im Jahr richtig schön herausputzen und den vielen Gästen, Steuerzahlern und zukünftigen Gymnasiasten zeigen, wie denn so der Schulalltag in Wohlen aussieht. Nicht. Denn was sich am Besuchstag jeweils in den Klassenzimmern abspielt, hat wenig mit Alltag zu tun. Die Lehrerin, welche seit Jahren nicht einmal mehr die Prüfungsaufgaben verändert, zeigt ein gewitztes und innovatives Programm. Der Lehrer, der noch nie ein anderes Medium als die Wandtafel benutzt hat, kennt sich plötzlich mit Powerpoint-Animationen aus. Es ist ein unglaublich amüsantes Theater. Aber die Grossmutter freuts. Und wir spielen unsere Rolle genauso mit, wie sie von der Schülerschaft seit Jahrzehnten an der Kanti Wohlen geübt wird. Mit wenig Schlaf, grandios schlechten Outfits und einer guten Menge an Restalkohol im Blut. Vorhang auf für die Bad-Taste-Party 2018.

 

Schrill, schräg und schrecklich gut

 

Die Schülerorganisation hat sich nach der letztjährigen Kritik für einen neuen Weg entschieden. Zum ersten Mal fand die Bad Taste darum nicht mehr im Don Paco, sondern in der Bleichi Wohlen statt.

«Ich hatte letztes Jahr nicht einen

einzigen Drink und das an einer

All-you-can -drink-Party…»

Letztjährige Besucherin

 

Das rief überwiegend positive Reaktionen hervor; denn im Gegensatz zu den Jahren zuvor, wo es jeweils eine endlos lange Schlange vor der Bar gegeben hatte wurde man dieses Mal schnell bedient.

 

 

Die Kostüme waren schrill, schräg – schrecklich gut. Das Verkleiden lohnte sich, denn man bekam immerhin fünf Franken Rabatt auf den Eintritt.

Auch wenn man Kleidungstücke als Teil der Bad-Taste-Kostüme entdeckte, die zur eigenen üblichen Garderobe gehören, konnte die Stimmung dadurch nicht getrübt werden. Denn gegen Mitternacht erreichte die Party ihren Höhepunkt; es wurde ausgelassen und bis zum (wortwörtlichen) Umfallen getanzt.

 

Die SO sorgte auch gut für die Unterhaltung und das Wohl der PartygängerInnen. So gab es dieses Jahr neben Kostümwettbewerb auch einen offiziellen Kanti-trinkspruch. Und für alle, welche das persönliche Limit nicht ganz so ernst nahmen gab es Brötchen und jede Menge Wasser.

 

 

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Etwa um zwei Uhr machten sich die ersten auf den Heimweg, um wenigstens noch ein paar Stündchen Schlaf zu bekommen. Die Besucher sollten am nächsten Morgen ja nicht gleich abgeschreckt werden. Einige blieben aber der alten Tradition treu und gingen direkt von der Party an die Schule – entsprechend erkannte man am Samstag einige müde Gesichter, die sich mühsam durch den Unterricht schleppten. Ich war bestimmt nicht die einzige, die versuchte, sobald sie nach Hause kam einen Teil des Schlafdefizits auszugleichen.

 

Doch die Mühe war es uns wert:

Die Bad-Taste ist unser Weg um einen Beitrag an die schulische Maskerade zu leisten. Dass wir damit den Besuchstag nie abschaffen werden, ist uns bewusst. Aber warum nicht einmal im Jahr als verkleideter Zuschauer in der ersten Reihe eines Theaters sitzen? Und wenn das nicht Motivation genug ist, dann können wir immer noch feiern, als gäbe es keinen Morgen. In diesem Sinne, bis zum nächsten Jahr!

 

«Kanti Kanti was machsch da,

suffe bis du nömm chasch stah,

schlafe vill wer bruucht das scho?

wenn du chasch a partys goh!

dezue no gueti note schriibe

dass du ned muesch sitzebliibe!»

 

Auf viele weitere Jahrzehnte

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